Wissen
„Anders Denken“
Als Teil unseres strategischen Ansatzes haben wir das Konzept „anders Denken“ entwickelt. Dabei ist es für uns grundlegend, vermeintliche Objekte in die jeweiligen Praktiken und ihre Beziehungsgefüge aufzulösen.
Beispielsweise existieren weder „der Staat“ noch „die Regierung“. Es gibt nur eine Gesamtheit von Prozeduren, Techniken und Methoden, deren Zusammenspiel die Lenkung der Menschen gewährleistet - von der Verwaltung über die Erziehung bis hin zum Gesundheitswesen.
Das Konzept des „anders Denken“ läuft darauf hinaus, die Beziehungen, Mechanismen und Interessen zwischen Akteuren zu analysieren, um sie anhand ihrer relativen Stellung im sozialen Raum zu bestimmen, zugleich aber auch die ihren Interaktionen zugrunde liegenden Wahrnehmungen und Vorstellungen aufzuzeigen. Ziel unseres Konzepts „anders Denken“ ist es, neue Formen der Wissensgewinnung, der praxisorientierten Analyse der offenen Strategieberatung und der Entscheidungsfindung zu entwickeln, um dadurch eine erfolgreiche Positionierung und Interessendurchsetzung im pluralistischen und offenen System zu ermöglichen.
Hintergrund - Die Topologie des Politischen
Wer Wissen erwerben und Entscheidungen treffen muss, braucht Klarheit darüber, wie Wissen entsteht und Entscheidungen generiert werden. Jede Zeit und jeder soziale Raum hat spezifische Rahmenbedingungen für Wissen und Entscheidungen.
Grundlegend ist für uns die Einsicht, dass alle Akteure in einem offenen und pluralistischen System gemeinsamer Bezüge und Konventionen leben. Dieses System bildet einen sozialen Raum mit vielfältigen Handlungsmöglichkeiten, der sich fortwährend aktualisiert und in dem es jederzeit mehr als nur eine Möglichkeit gibt, die Welt wahrzunehmen. Wissen ist eine soziale, zeitgebundene Größe. Der umgebende soziale Raum ist nicht objektiv und vorgegeben, sondern Produkt politischer und gesellschaftlicher Praktiken.
Das Soziale präsentiert sich in verdinglichter Form als Welt von Institutionen, juridischen Kompetenzen und festgefügten Strukturen. Wir verdinglichen die Beziehungsgeflechte im sozialen Raum, um uns eine Ordnung zu entwerfen, die Wahrnehmung, Interpretation und das Treffen von Entscheidungen erleichtert.
Diese Verdinglichung führt zu Inflexibilität und verhindert die Umsetzung der gegebenen Handlungsoptionen. Entscheidende Zusammenhänge, Interessenlagen oder Machtbeziehungen werden nicht oder nur zu spät wahrgenommen. Wer sich erfolgreich behaupten will, braucht offene Konzepte, die diese vermeintlich festgefügten Strukturen und Objekte aufbrechen. Nur so lässt sich der Weg für neue, aktualisierbare Strategien bahnen.

















